Nachhaltiger Steinbruch Brilon

An dem Standort in Brilon wird Kalkstein für die Herstellung von Branntkalk gewonnen. Kalksteine zu verarbeiten ist mit einem hohen Verbrauch an Energie verbunden – diese wird nun effizienter genutzt und grün vor Ort erzeugt.

 

Die neue PV-Anlage am Steinbruch Brilon im Herbst 2021

Für die Produktion von Branntkalk muss der Kalkstein, der im Steinbruch Brilon gewonnen wird, einen Durchmesser von 25 – 75 mm aufweisen. Um diese Korngröße zu erreichen, werden die Kalksteine gebrochen und anschließend gesiebt. Früher wurden hierfür mobile Anlagen mit Treibstoff betrieben, um den Kalkstein zu verarbeiten. 2019 wurde in eine neue Brech- und Siebanlage investiert, die eine höhere Energie- und Rohstoffeffizienz aufweist. Das bedeutet, dass die Ressource Kalkstein effizienter genutzt werden kann, da bei dem Verarbeitungsprozess ein geringerer Anteil des Produktionsausschusses anfällt. Zusätzlich ist die neue Anlage durch das integrierte Energiekonzept effizienter als die vorherige treibstoffbetriebene Anlage, sodass ca. 100.000 Liter Treibstoff im Jahr eingespart werden können.

Der benötigte Strom wird ab August 2021 direkt vor Ort produziert und verwendet. Hierzu investierte Spenner 600.000 Euro in eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von ca. 750 kWp. Der nach Süden geneigte Hang der begrünten Halde eignet sich perfekt als Produktionsstandort der erneuerbaren Energie. Auf einer Fläche von rund 8.000 m² ist der 120 – 150 m lange Photovoltaik-Modultisch installiert. Je nach Anzahl der Sonnenstunden wird die Solaranlage ca. 660.000 kWh im Jahr produzieren. Dies entspricht dem Stromverbrauch von 165 Vier-Personen-Haushalten. Der Stromverbrauch der neuen Brech- und Siebanlage im Steinbruch wird durchschnittlich 510.000 kWh pro Jahr betragen. Strom, der überschüssig produziert wird, kann in das Stromnetz eingespeist und so von anderen Haushalten genutzt werden.